Die großen US-Telekommunikations- und Kabelfernsehbetreiber werden sich im Jahr 2023 einen heftigen Wettbewerb auf dem Markt für Fernsehdienste liefern.

Die großen US-Telekommunikations- und Kabelfernsehbetreiber werden sich im Jahr 2023 einen heftigen Wettbewerb auf dem Markt für Fernsehdienste liefern.

Im Jahr 2022 führten Verizon, T-Mobile und AT&T zahlreiche Werbeaktionen für ihre Flaggschiff-Geräte durch, wodurch die Zahl der Neukunden hoch und die Abwanderungsrate relativ niedrig blieb. AT&T und Verizon erhöhten zudem die Preise für ihre Mobilfunktarife, um die Kosten der steigenden Inflation auszugleichen.

Doch Ende 2022 beginnt sich die Werbestrategie zu ändern. Neben massiven Rabattaktionen auf Endgeräte bieten die Mobilfunkanbieter nun auch günstigere Tarife an.

US-amerikanische Kabelfernsehbetreiber und Internetanbieter

T-Mobile bietet derzeit eine Werbeaktion für Servicepläne an, die unbegrenztes Datenvolumen für vier Leitungen für 25 US-Dollar pro Monat und Leitung sowie vier kostenlose iPhones beinhalten.

Verizon bietet Anfang 2023 eine ähnliche Aktion an, bei der ein unbegrenzter Einsteigertarif für 25 US-Dollar pro Monat angeboten wird, mit der Garantie, diesen Preis für drei Jahre beizubehalten.

In gewisser Weise dienen diese subventionierten Tarife den Anbietern dazu, Abonnenten zu gewinnen. Die Werbeaktionen sind aber auch eine Reaktion auf veränderte Marktbedingungen, in denen Kabelunternehmen etablierten Anbietern Abonnenten abwerben, indem sie günstigere Tarife anbieten.

Das Kerngeschäft von Spectrum und Xfinity: Preisgestaltung, Paketangebote und Flexibilität

Im vierten Quartal 2022 konnten die Kabelnetzbetreiber Spectrum und Xfinity zusammen 980.000 neue Mobilfunkverträge abschließen – deutlich mehr als Verizon, T-Mobile oder AT&T. Die niedrigen Preise der Kabelnetzbetreiber kamen bei den Verbrauchern gut an und trugen maßgeblich zum Abonnentenzuwachs bei.

Damals verlangte T-Mobile 45 US-Dollar pro Monat und Anschluss für seinen günstigsten Unlimited-Tarif, während Verizon für zwei Anschlüsse im gleichen Tarif 55 US-Dollar pro Monat berechnete. Der Kabelanbieter bot seinen Internetkunden hingegen einen Unlimited-Tarif für 30 US-Dollar im Monat an.

USA-Big-Four-Mobile

Durch die Kombination mehrerer Dienste und die Hinzufügung weiterer Anschlüsse werden die Angebote noch attraktiver. Neben den Einsparungen steht die absolute Flexibilität des Kabelanbieters im Vordergrund. Kunden können ihre Tarife monatlich ändern, was die Angst vor einer langfristigen Bindung beseitigt und ihnen die nötige Flexibilität zum Wechseln ermöglicht. So können Kunden Geld sparen und ihre Tarife optimal an ihren Lebensstil anpassen – etwas, das etablierte Anbieter nicht bieten können.

Neue Marktteilnehmer verschärfen den Wettbewerb im Mobilfunkbereich.

Mit dem Erfolg ihrer Marken Xfinity und Spectrum haben Comcast und Charter ein Modell etabliert, das andere Kabelanbieter rasch übernehmen. Cox Communications kündigte auf der CES die Einführung seiner Marke Cox Mobile an, während Mediacom im September 2022 ebenfalls die Marke „Mediacom Mobile“ anmeldete. Obwohl weder Cox noch Mediacom die Größe von Comcast oder Charter erreichen, ist mit weiteren Markteintritten zu rechnen. Sollten die etablierten Betreiber ihre Angebote nicht anpassen, könnten noch mehr Kabelanbieter hinzukommen und Kunden abwerben.

Kabelanbieter bieten heutzutage mehr Flexibilität und günstigere Preise. Daher müssen Netzbetreiber ihre Strategie anpassen, um ihren Kunden einen höheren Mehrwert durch ihre Servicepakete zu bieten. Zwei sich nicht gegenseitig ausschließende Ansätze sind möglich: Entweder bieten sie Sonderangebote für ihre Servicepakete an oder sie halten die Preise konstant und erweitern ihre Angebote durch Abonnements für Streaming-Dienste und andere Zusatzleistungen, die Kabelanbieter aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen oder ihres Umfangs nicht bieten können. In beiden Fällen dürften die Servicekosten steigen, wodurch die Mittel für Gerätezuschüsse sinken könnten.

Kabelfernsehbetreiber

Bislang waren Hardware-Subventionen, Service-Bundles und Mehrwertdienste mit Premium-Unlimited-Tarifen die Hauptfaktoren für den Wechsel von Prepaid zu Postpaid. Angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Betreiber voraussichtlich 2023 stellen müssen, darunter steigende Schuldenkosten, könnten subventionierte Serviceangebote jedoch eine Abkehr von Geräte-Subventionen bedeuten. Einige etablierte Anbieter haben bereits Andeutungen gemacht, die massiven Geräte-Subventionen der letzten Jahre zu beenden. Dieser Übergang wird langsam und schrittweise erfolgen.

Um ihre Marktposition zu verteidigen, werden Mobilfunkanbieter verstärkt auf Sonderangebote für ihre Tarife setzen, insbesondere in Zeiten erhöhter Kundenabwanderung. Daher bieten sowohl T-Mobile als auch Verizon zeitlich begrenzte Aktionsangebote für Tarife an, anstatt bestehende Tarife dauerhaft zu senken. Allerdings werden die Anbieter zögern, besonders günstige Tarife anzubieten, da die Nachfrage nach Preiswettbewerb gering ist.

Bislang hat sich bei den Hardware-Aktionen wenig geändert, seit T-Mobile und Verizon Tarifangebote eingeführt haben. Die sich wandelnde Marktlage wirft jedoch eine wichtige Frage auf: Wie gut können die beiden Anbieter im Hinblick auf Tarife und Hardware-Aktionen konkurrieren? Wie lange wird dieser Wettbewerb noch andauern? Es ist zu erwarten, dass sich irgendwann eines der Unternehmen zurückziehen muss.

 

 


Veröffentlichungsdatum: 06.03.2023

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