Vier Phänomene und Ursachen hoher Dämpfungspunkte in Glasfaserkabeln

Vier Phänomene und Ursachen hoher Dämpfungspunkte in Glasfaserkabeln

1. Hohe Dämpfungspunkte, die während der Verlegung verursacht wurden

Bei der Verlegung von Glasfaserkabeln, insbesondere bei der direkten Erdverlegung über Längen von 2–3 km, treten häufig zahlreiche Hindernisse auf. Die Arbeiten erfordern in der Regel viele Arbeiter und erstrecken sich über große Entfernungen, was die Koordination aller Beteiligten erschwert. Dies ist besonders problematisch beim Überwinden von Hindernissen wie Schutzrohren aus Stahl, Krümmungen, Gefällen und Höhenunterschieden. Infolgedessen kann es zu einem Phänomen kommen, das als „Rückknicken“ (tote Krümmung) bekannt ist und das Kabel schwer beschädigen kann. Sobald eine tote Krümmung auftritt, entsteht an dieser Stelle unweigerlich ein Punkt signifikanter Dämpfung. In schweren Fällen kann es zu einem teilweisen oder vollständigen Faserbruch kommen. Dies ist ein häufiger Fehler bei der Verlegung von Glasfaserkabeln.

Zudem sind die Kabelenden beim Verlegen besonders anfällig für Beschädigungen. Beim Spleißen tritt häufig eine relativ hohe Dämpfung an der Spleißstelle auf. Selbst nach wiederholtem Spleißen lässt sich die Dämpfung nicht reduzieren, was zu einer hohen Dämpfung an der Spleißstelle führt.

2. Hohe Dämpfungspunkte, die beim Spleißen verursacht werden

Hohe Dämpfungspunkte treten häufig beim Spleißen auf. Zur Überwachung wird üblicherweise ein OTDR (Optisches Zeitbereichsreflektometer) verwendet. Das heißt, nach dem Spleißen jeder Faser wird der Dämpfungswert an der Spleißstelle gemessen. In der Praxis kommt ein bidirektionales Messverfahren zum Einsatz. Aufgrund von Fertigungstoleranzen sind keine zwei Fasern exakt identisch, und es bestehen stets Unterschiede im Modenfelddurchmesser. Daher entspricht der vom OTDR gemessene Dämpfungswert nicht der tatsächlichen Spleißdämpfung; er kann positiv oder negativ sein. Im Allgemeinen wird der arithmetische Mittelwert der bidirektionalen Messwerte als tatsächlicher Dämpfungswert verwendet.

Beim Spleißen wird üblicherweise eine Echtzeitüberwachung eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Spleißdämpfung den Zielvorgaben entspricht. Eine häufige Ursache für hohe Dämpfungsspitzen tritt jedoch nach dem Spleißen, während der Lagerung der Faser, auf. Manche Fasern können Mikrobiegungen ausgesetzt sein oder einen zu kleinen Biegeradius aufweisen, was zu einer hohen Dämpfungsspitze führt. Dies liegt daran, dass Fasern, die bei einer Wellenlänge von 1550 nm arbeiten, sehr empfindlich auf Mikrobiegungsverluste reagieren. Sobald die Faser komprimiert wird, tritt eine Mikrobiegung auf; ist der Biegeradius beim Aufwickeln der Faser zu klein, entsteht an dieser Stelle ein signifikanter Signalverlust. In der OTDR-Rückstreukurve zeigt sich dies als deutlicher Dämpfungssprung.

Eine weitere, oft übersehene Ursache tritt nach dem Zusammenbau der Spleißmuffe auf. Wird die Muffe befestigt und das Kabel darin fixiert, kann es zu einer Verdrehung und damit zur Verformung der Faserpufferhülsen kommen. Die Kompression der Fasern führt dann zu einem sprunghaften Anstieg der Dämpfung und somit zu einem Stufenverlust.

3. Hohe Dämpfungspunkte, die während des Transports und der Handhabung entstehen.

Beim Transport von Glasfaserkabeln zur Baustelle herrschen oft raue Bedingungen. Insbesondere bei der Verlegung von Eisenbahnkommunikationskabeln können Kräne die Baustelle häufig nicht erreichen. In solchen Fällen werden die Kabel oft manuell be- und entladen. Dabei wird die äußere Kabelschicht leicht beschädigt. Ein Grund dafür ist der zu kleine Durchmesser der Kabeltrommel, wodurch die äußere Kabelschicht zu nah am Boden liegt. Die Bodenverhältnisse auf Baustellen sind oft uneben und weisen unterschiedliche Härtegrade auf. Beim Aufrollen der Kabeltrommel kann diese in den Boden einsinken, wodurch die äußere Kabelschicht durch harte Gegenstände beschädigt wird. Der Hauptgrund ist jedoch, dass einige Hersteller kleinere Trommeln verwenden, um die Produktionskosten zu senken.

Ist die Kabeltrommel nicht ausreichend mit Holzplatten geschützt (manche Trommeln haben Metallrahmen und lassen sich nicht vollständig mit Holz umschließen) und wird lediglich eine Kunststofffolie verwendet, oder wird die Schutzabdeckung nach der Einzeltrommelprüfung nicht wiederhergestellt, ist das Kabel unzureichend geschützt. Wird der Außenmantel durch harte Gegenstände wie Steine ​​beschädigt, werden die Fasern in den Pufferrohren komprimiert, was zu Dämpfungsstufen führt. In der OTDR-Rückstreukurve zeigt sich dies als ein Punkt mit starker Dämpfung.

4. Hohe Dämpfungspunkte, die während der Beendigung verursacht wurden.

Hohe Dämpfungspunkte treten häufig auch beim Kabelanschluss auf. Während des Anschlusses wird die Spleißdämpfung üblicherweise nicht überwacht, und die Arbeiten basieren weitgehend auf Erfahrungswerten, was die Wahrscheinlichkeit hoher Dämpfungspunkte erhöht. Darüber hinaus können nach dem Spleißen der Glasfasern beim Einbau des Glasfaser-Speicherträgers die Pufferrohre in der Nähe des Trägers zu eng gebogen oder verdreht und verformt werden. Dies führt an diesen Stellen zu erheblicher Dämpfung.

Solche Dämpfungspunkte sind oft verborgen und lassen sich mit einem OTDR nicht so leicht erkennen wie jene in der Mitte des Kabels.


Veröffentlichungsdatum: 23. April 2026

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