Viele Produktionsstätten arbeiten noch immer mit isolierten Systemen, die in unterschiedlichen Phasen eingeführt wurden und auf inkompatiblen technischen Standards basieren. Diese „Automatisierungssilos“ schaffen blinde Flecken in der Produktion und verlangsamen Entscheidungsprozesse. Durch die Vernetzung dieser isolierten Systeme über eine einheitliche Netzwerkarchitektur können Hersteller den Datenaustausch in Echtzeit ermöglichen, die prozessübergreifende Zusammenarbeit verbessern und eine solide Grundlage für unternehmensweite Initiativen zur digitalen Transformation schaffen.
Was sind Automatisierungssilos in der Fertigung?
Automatisierungssilos bezeichnen eigenständige Maschinen, Produktionszellen oder Steuerungssysteme, die unabhängig arbeiten und vom übrigen Werksnetzwerk getrennt sind. Diese isolierten Systeme umfassen häufig ältere Anlagen, proprietäre Steuerungsplattformen oder Maschinen, die ursprünglich für spezifische Funktionen ohne externe Datenkommunikation konzipiert wurden.
Obwohl einzelne Systeme für sich genommen effizient arbeiten können, führt die mangelnde Integration zwischen ihnen zu Lücken in den Produktionsdaten und beeinträchtigt die Workflow-Koordination. Bediener müssen häufig Informationen manuell zwischen den Systemen übertragen, während es dem Management schwerfällt, einen vollständigen Echtzeit-Überblick über den Anlagenbetrieb zu erhalten.
Vorteile der Vernetzung von Automatisierungssilos
Die Integration isolierter Automatisierungssysteme schafft ein kollaborativeres und reaktionsschnelleres Produktionsumfeld. Sobald die Systeme miteinander vernetzt sind, können Daten kontinuierlich zwischen Maschinen, Steuerungssystemen und Unternehmensplattformen fließen.
Verbesserte Konnektivität erhöht die Transparenz der Betriebsabläufe erheblich und ermöglicht Teams schnellere und fundiertere Entscheidungen. Einheitliche Netzwerke unterstützen zudem fortschrittliche digitale Fertigungsfunktionen wie vorausschauende Wartung, Echtzeit-Zustandsüberwachung und adaptive Produktionsplanung.
Durch den nahtlosen Datenaustausch entlang der gesamten Produktionskette können Hersteller die Produktivität steigern, Ausfallzeiten reduzieren und die Produktion besser an die Kundennachfrage anpassen.
Bewährte Verfahren für den Aufbau der Netzwerkinfrastruktur
Eine zuverlässige Netzwerkinfrastruktur ist unerlässlich für die Integration zuvor isolierter Produktionssysteme. Industrielles Ethernet bildet das Rückgrat moderner Fertigungsnetzwerke und bietet die für industrielle Anwendungen erforderliche Bandbreite und Zuverlässigkeit.
In Umgebungen mit starken elektromagnetischen Störungen (EMI) werden üblicherweise Glasfaserkabel eingesetzt, um eine stabile und schnelle Kommunikation zu gewährleisten. Geschirmte Kupferkabel hingegen werden häufig für kürzere Verbindungen bevorzugt, bei denen eine flexible Installation erforderlich ist.
Die Netzwerksegmentierung ist ebenso wichtig. Die Aufteilung des Netzwerks in logische Zonen trägt zur Steuerung des Datenverkehrs, zur Verbesserung der Cybersicherheit und zur Fehlerbehebung bei. Eine standardisierte, geschichtete Netzwerkarchitektur vereinfacht zudem zukünftige Erweiterungen durch die Hinzufügung neuer Geräte und Systeme.
Die Implementierung eines wiederholbaren und standardisierten Netzwerk-Frameworks, wie beispielsweise einer Automatisierungs-Silo-Integrationsarchitektur, reduziert die Komplexität der Systemintegration und gewährleistet gleichzeitig eine gleichbleibende Netzwerkleistung über verschiedene Produktionsbereiche hinweg.
Vorschlag zur Bildplatzierung: Kategorie 6A Doppelt geschirmtes, hochflexibles Ethernet-Kabel mit Schleppkette, RJ45 auf RJ45
Praxisbeispiel: Integration von Automatisierungssilos in einer Fertigungsanlage
Ein mittelständischer Hersteller mit mehreren Produktionslinien sah sich mit anhaltenden Herausforderungen aufgrund mangelnder Transparenz der Betriebsabläufe konfrontiert. Jede Produktionslinie arbeitete unabhängig, und es fand kaum oder gar kein Datenaustausch zwischen den Systemen statt. Dies erschwerte die Leistungsüberwachung, die Identifizierung von Engpässen und die schnelle Reaktion auf Produktionsprobleme.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, implementierte das Unternehmen eine standardisierte industrielle Netzwerkinfrastruktur auf Basis von Industrial Ethernet mit einem Glasfaser-Backbone. Es wurden Industrial-IoT-Gateways installiert, um bestehende Anlagen anzuschließen und Maschinendaten in standardisierte, netzwerkweit zugängliche Formate zu konvertieren.
Nach der Implementierung erhielt der Hersteller Echtzeit-Einblicke in wichtige Produktionskennzahlen. Die Entscheidungsfindung wurde schneller und präziser, die Workflow-Koordination verbessert und die Anlagenstillstandszeiten deutlich reduziert. Im Laufe der Zeit erzielte das Unternehmen messbare Verbesserungen der Gesamtproduktivität und Produktionskapazität.
Implementierungsstrategie für die Integration von Automatisierungssilos
Die Überwindung von Automatisierungssilos erfordert weit mehr als die bloße Vernetzung von Maschinen. Ziel ist die Etablierung eines industriellen Netzwerks, das zuverlässige Kommunikation, skalierbare Erweiterung und standardisierten Datenaustausch ermöglicht.
Durch die Kombination industrieller Kommunikationstechnologien, offener Kommunikationsprotokolle und durchdachter Netzwerkarchitekturen können Hersteller fragmentierte Systeme in eine einheitliche Produktionsumgebung überführen. Dieser Ansatz verbessert nicht nur die aktuelle Betriebsleistung, sondern schafft auch die digitale Grundlage für zukünftige Industrie-4.0-Initiativen.
Vorschlag zur Bildplatzierung: Kategorie 6A 10-Gigabit-Industrie-Ethernet-Kabelkonfektion, SF/UTP-geeignet für den Außenbereich, hochflexibler TPE-Mantel, RJ45-Stecker, 24 AWG Litzenkabel, 600 V PoE, Schwarz
Häufig gestellte Fragen
1. Was sind Automatisierungssilos in der Fertigung?
Automatisierungssilos sind Maschinen oder Systeme, die unabhängig voneinander arbeiten und nicht in Echtzeit mit anderen Systemen kommunizieren können. Diese isolierten Einheiten nutzen häufig proprietäre Steuerungsplattformen oder veraltete Ausrüstung, was die Datentransparenz einschränkt und einen nahtlosen Informationsaustausch innerhalb der Produktionshalle verhindert.
2. Warum ist es wichtig, Automatisierungssilos zu beseitigen?
Durch die Beseitigung von Automatisierungssilos wird der Datenaustausch in Echtzeit zwischen Systemen ermöglicht, was die betriebliche Effizienz insgesamt verbessert. Hersteller erhalten eine bessere Transparenz ihrer Produktion, schnellere Entscheidungsfindung, optimierte Arbeitsabläufe und Zugang zu fortschrittlichen Technologien wie vorausschauender Wartung und datengestützter Optimierung.
3. Welche Technologien werden üblicherweise zur Verbindung heterogener Systeme verwendet?
Industrielles Ethernet, IIoT-Gateways, Edge-Computing-Technologien und standardisierte Kommunikationsprotokolle wie OPC Unified Architecture (OPC UA) zählen zu den gängigsten Lösungen zur Integration von Automatisierungssystemen. Diese Technologien ermöglichen den Datenaustausch zwischen älteren Anlagen und modernen Systemen und unterstützen gleichzeitig skalierbare und interoperable industrielle Netzwerkarchitekturen.
Veröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026
